"Fotografie, Emotion und Leidenschaft gehören zusammen, denn ohne Emotionen ist Fotografie langweilig ohne Leidenschaft gäbe es keine gute Fotografie."
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Review: ZEISS Batis 2/40 CF

Das Schweizer Taschenmesser in der Fototasche

Die erste Kamera, mit der ich als kleiner Junge von sieben Jahren fotografierte, war eine Kodak Instamatic 233. Mit ihr konnte so ziemlich alles was ich fotografieren wollte auf einem Kleinbildfilm festhalten. Sie war ein richtiger Allrounder, denn mit ihrer Brennweite von 41 Millimetern war fast alles möglich. Ziemlich genau ein halbes Jahrhundert später halte ich wieder einen 40 Millimeter Allrounder in der Hand. Wie damals war es Liebe auf den ersten Blick. So wie bei jedem Handwerker muss auch bei mir das Werkzeug passen und gut in der Hand liegen, denn das ist die erste Voraussetzung für ein gutes Foto, das bei seinem Betrachter Emotionen auslöst. Fotografie, Emotion und Leidenschaft gehören zusammen, denn ohne Emotionen ist Fotografie langweilig ohne Leidenschaft gäbe es keine gute Fotografie.

Doch zurück zum Anfang und dem was das ZEISS Batis 2/40 CF bei mir angesprochen hat. Ganz oben steht da die spannende 40 Millimeter Brennweite zwischen einem 35er Street-Objektiv und der „alten“ klassischen 50 Millimeter Standardbrennweite. Es ist jedoch universeller einsetzbar und ein solider Kompromiss, wenn man mit leichtem Gepäck reisen möchte und wenn man hier überhaupt von einem Kompromiss reden kann. Der Clou verbirgt sich dann aber hinter dem kleinen Kürzel CF, das für den Close Focus steht und eine Naheinstellgrenze von mindestens 24 Zentimetern erlaubt und mich schnell einmal dicht an ein Motiv heranrücken lässt, wo ich sonst die Brennweite wechseln musste. Wenn schon Close Fokus, dann auch gleich mit einem optionale Fokus-Begrenzung über einen Schalter, die ein leichteres Arbeiten im Nahbereich möglich macht – ein konsequenter Schritt der Entwickler. Einen kleinen Haken hat der Close Focus jedoch, obwohl das im Endeffekt unerheblich ist. Im Nahbereich arbeitet das Objektiv nicht mit Blende 2.0, sondern blendet ein wenig ab. In Anbetracht der Tatsache, dass ich im Nahbereich eh abblende, um mehr Schärfentiefe ins Bild zu bekommen ist diese Einschränkung jedoch zu vernachlässigen.

Sample ImageZEISS Batis 2/40 CF

Am Ende einer Aufnahme steht jedoch das alles entscheidende Bildergebnis, denn meine Bilder sollen Menschen erreichen. Für die Betrachter meiner Bilder stellt sich daher nicht die Frage nach der Aufnahmetechnik, für sie zählt nur das was sie sehen und das was mein Bild mit ihnen macht. So will ich den Betrachter in meine Bilder eintauchen lassen – hineinziehen – zum Innehalten und ansehen bewegen. Bei ihnen sollen meine Bilder Emotionen wecken und freisetzen, im günstigsten Fall sollen sie Fernweh und Lust darauf bekommen, die Motive und Orte einmal selbst zu besuchen. Um das alles zu erreichen nutzen wir Fotografen unsere Stilmittel, wir spielen mit Farben und Linien, ja wir spielen mit Licht, und dieses Licht einzufangen, dazu verhilft uns unsere Technik. Dem fertigen Bild sehen wir nicht an mit welcher Kamera es aufgenommen wurde. Was wir aber sehen ist die Aufnahmequalität und dafür ist in erster Linie unser Objektiv verantwortlich. Die Bildqualität im Zusammenspiel mit unserem fotografischen und gestalterischen Können ist das, was unsere Aufnahmen zu etwas ganz Besonderem macht und aus einem einfachen Foto ein ganz nachhaltiges Bild ermöglicht.

Reise in die Schweiz

Als ich im Sommer das ZEISS Batis 2/40 CF in die Hand bekam entschied ich mich, für meine nächste Fotoreise in die Schweiz auf das ZEISS Loxia 2/35 und Loxia 2/50 zu verzichten. Das war rückblickend eine sehr gute Entscheidung, zudem passt das ZEISS Batis 2/40 CF hervorragend in meine Drei-Objektiv-Philosophie, diese besagt, dass ich mit drei Objektiven den überwiegenden Teil der Aufnahmen einfangen kann. Das erlaubt mir Kombinationen wie ZEISS Batis 25, 40 und 85, ZEISS Batis 18, 40, 135 oder andere Variationen. Außerdem sind einige meiner liebsten Fototaschen für drei Objektive nebst Kamera ausgelegt und in genau dieser Beschränkung liegt mitunter viel Raum für Kreativität. Bin ich mit nur einem Objektiv unterwegs, so hat das ZEISS Batis 2/40 CF inzwischen mein ZEISS Loxia 2/35 als Standardbrennweite abgelöst.

Sample ImageZEISS Batis 2/40 CF

Wer meine Bilder aus der Schweiz ansieht wird mich vielleicht verstehen, warum es mich immer wieder in dieses Land zieht. Unablässig wechseln die Bilder, Landschaften und Eindrücke. Die Zahl der Motive, die sich vor mir aufreihen wie an einer Perlenkette sind nicht zählbar. Für eine sich fortwährend wechselnde Landschaft, war auch das ZEISS Batis 2/40 CF genau das richtige Objektiv in meinem Gepäck. Bei meinen Wanderungen durch die Bergwelt hatte ich nicht ständig Lust darauf das Objektiv zu wechseln, im Gebirge war ein Objektivwechsel auf Grund der engen Wege und steilen Stellen zudem nur eingeschränkt möglich. Nicht umsonst waren Objektive dieser Brennweite früher häufiger anzutreffen.

Wir Fotografen sehen die Welt anders als andere Menschen. Wir sind ständig auf der Suche nach Formen, Farben und Linien. Unser Auge für Motive und Situationen ist unablässig damit beschäftigt das Geschehen um uns herum einzufangen. Licht ist für uns nicht nur hell und dunkel, sondern hart oder weich und besitzt unendlich viele Farben. Viele unserer Motive sind flüchtig und dafür haben wir die Kamera stets griffbereit. Da bleibt oft keine Zeit für eine Objektivwahl und genau deshalb hat jeder Fotograf sein Lieblingsobjektiv, gerne eine hochqualitative Festbrennweite, an seiner Kamera. Für mich ist es inzwischen das ZEISS Batis 2/40 CF geworden.

Am Ende meiner Reise durch die Schweiz hatte ich dann nahezu 80 Prozent der Fotos mit diesem Objektiv aufgenommen, ohne dass ich nur ein einziges Mal das 35er oder 50er vermisst hätte. Nicht, dass ich diese beiden Optiken vernachlässigen würde, denn sie haben ihren eigenen Charakter, den ich in vielen meiner Aufnahmen sehr zu schätzen weiß. Doch das neue Batis hat sich als so etwas wie ein Schweizer Taschenmesser in der Fototasche erwiesen, das macht es für mich so besonders. Kompakt, leicht, zuverlässig und auch von einem kleinen Schauer nicht zurückschreckend.

Heute bin ich oft an einsamen Orten in der Welt unterwegs. Fragen Sie sich doch einmal, welches Objektiv Sie an solch einen Ort mitnehmen würden, wenn Sie nur eine Wahl hätten?

Festival of Lights 2018

Mit Foto Leistenschneider, Herstellern und Fotografen das Festival of Lights in der Humboldbox am Berliner Dom erleben. Damit ist schon einmal ein hervorragender Blick auf den Dom gesichert und dazu gibt es Fotowalks mit bekannten Berufsfotografen. Präsentationen und Leiequipment verschiedener Hersteller. Für das leibliche Wohl sorgt die Snackbar.

Auch ZEISS wird mit dem kompletten Programm an Leiobjektiven vorort sein. Wer Lust auf einen Fotowalk mit mir hat, der sollte sich schnell anmelden.

Die Veranstaltung am 12. Oktober 2018 findet von 17 bis 23 Uhr statt. Das sind sechs Stunden in einer atemberaubenden Kulisse, spannenden Gesprächen, Touren und genügend Zeit zum Ausprobieren.

Mehr und vor allen Dingen die Details erhahrt ihr bei Foto Leistenschneider...

Das neue ZEISS Loxia 2.4/25

Seit einiger Zeit habe ich nun schon ein Vorserienmodell des neuen ZEISS Loxia 2.4/25 bei mir und meine anfängliche Skepsis dieser Brennweite gegenüber hat sich in Leidenschaft verwandelt.

Nun aber zur Kurzvorstellung des ZEISS Loxia 2.4/25. Wie alle Loxia Objektive ist es klein, kompakt und solide verarbeitet. Manuelle Scharfstellung, DeClick, alles wie wir es von den Loxia Objektiven gewohnt sind. Das neue Loxia hat zehn Linsen in acht Gruppen. Davon sind zwei Linsen aus Sonderglas, sowie eine asphärische Linse vor dem Sensor.

Die maximale Lichtstärke von 2.4 ist der aufwendigen optischen Konstruktion geschuldet, reicht mir jedoch völlig aus, zumal wir heute eh in ganz anderen ISO-Bereichen als noch vor ein paar Jahren fotografieren. Dass man trotz Anfangsblende 2.4 ein harmonisches Bokeh bekommen kann, zeigen meine Beispielbilder.

Das Loxia 2.4/25 ist ein charaktervolles Objektiv, dass sich sehr gut als Allrounder einsetzen lässt. Es bietet mit 71° horizontal genügend Bildwinkel für städtische Architektur, wie auch ganz normale Alltagsszenen in der Streetphotography oder Familie. Der Fokusring läuft ab der Naheinstellgrenze von 25 Zentimetern zu unendlich hin mit einer Drehung von circa 45°. Das Objektiv lässt sich dank Fokuspeeking sehr gut scharfstellen. Seine maximale Schärfe erreicht das neue Loxia bei Blende 5.6, wobei es jedoch schon ab Blende 2.8 bis in den Randbereich hin scharf abbildet. Den Architekturfotografen wird es freuen: Das Loxia 2.4/25 ist nahezu verzeichnungsfrei. Chromatische Aberrationen sind nur minimal vorhanden und lassen sich in Lightroom leicht korrigieren – und das demnächst sicher auch automatisch.

Nun will ich noch einmal auf meine anfängliche Skepsis eingehen. Als ich das erste Mal von diesem Objektiv hörte, fragte ich mich, ob es nicht andere Lücken zu schließen gibt, wie zum Beispiel ein 35er oder 50er Batis. Auch schien mir der Abstand zum 21er und 35er Loxia zu gering. In der Praxis zeigte sich dann aber schnell, dass das Loxia 2.4/25 für sehr viele Situationen sehr gut geeignet ist und in meiner praktischen Arbeit sogar eher als ein 35er-Objektiv Verwendung findet.

Da ich gern mit nur drei Objektiven unterwegs bin, empfinde ich die Staffelung 25/50/85 Millimeter für mich geradezu als ideal. Zudem muss ich lediglich einen Filterdurchmesser von 52mm abdecken. Die drei Loxia 25, 50 und 85 passen mit der Kamera zusammen in eine kleine Fototasche. Das kann ich alles immer mit dabeihaben, ohne schwer schleppen zu müssen.

Mein ganz persönliches Fazit

Für mich hat ZEISS mit dem Loxia 2.4/25 auf optische Performance vor Lichtstärke gesetzt. Das war richtig, wenn ich mir die fertigen Bilder und zu erzielenden Ergebnisse ansehe. Das Objektiv fügt sich konsequent in die Loxia-Reihe ein und füllt eine Lücke, die ich vorher nicht so gesehen habe. Der Preis von 1.299 ist in Anbetracht der Leistung absolut vertretbar. Immerhin nutzt man so ein Zeiss-Objektiv über sehr viele Jahre, und die wird es auf Grund der soliden Fertigung auch locker überstehen.

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