Tag : Equipment

Alles im Rucksack

Equipment

Tipps für Landschafts- und Naturfotograf*innen

Vorwort

Den richtigen Rucksack zu finden ist für uns Fotograf*innen eine der schwersten Herausforderungen, die immer wieder mal  auf uns zu kommt. Und weil wir nie den richtigen Rucksack finden, haben viele von uns nicht nur einen, sondern gleich mehrere Rucksäcke im Arsenal, um auf jede erdenkliche Situation vorbereitet zu sein.

In meinem Bestand befinden sich derzeit sechs Rucksäcke vom kleinen Daypack bis zum großen Trackingrucksack.

Ich sage immer, Rucksäcke kaufen ist dem Kauf von Schuhen sehr ähnlich. Du musst viele ausprobieren um fündig zu werden – mitunter sehr viele.

Und eines gleich noch in diesem Vorwort: Den richtigen Rucksack gibt es nicht, weshalb ich auch keinen Tipp bezüglich einer speziellen Marke abgeben möchte, denn so individuell der Geschmack bei Schuhen ist, verhält es sich auch bei Rucksäcken. Das schon allein bedingt durch die individuellen Anforderungen an das Unterbringen der Ausrüstung, die von Fotograf*in zu Fotograf*in variiert.

Man muss viele Frösche küssen, bis man den trifft, hinter dem sich der Prinz versteckt.

Es gibt noch einen wichtigen Punkt, der mir bei meinen Fotoreisen und Workshops immer wieder auffällt. Da haben Fotograf*innen eine Ausrüstung im 5stelligen Euro-Bereich, doch für den Rucksack scheint das Geld nicht mehr gereicht zu haben. Gute Fotorucksäcke kosten einfach mehr, doch dafür bekommen wir inzwischen sehr ausgefeilte und gut verarbeitete Qualität von der wir über viele Jahre etwas haben. Da ist es wieder wie mit den Schuhen, um den Kreis zu schließen, Billige Rucksäcke leiern nach nur kurzer Nutzungszeit aus und hängen ziemlich schlaff am Körper.

Immer wieder habe ich erlebt, wie schlecht Fotografierende für Notfälle gerüstet sind, was mich dazu bewogen hat, meinen Vorträgen dahingehend ein eigenes Kapitel zu widmen, denn

“kein Foto der Welt ist es wert, sich dafür in Gefahr zu begeben!”

Einen Weiteren Themenkomplex bildet die persönliche Ausrüstung von Schuhen bis zur Regenjacke. Der Vollständigkeit halber habe ich dem ein eigenes Kapitel gewidmet. Ist zwar nicht im Rucksack, doch für eine erfolgreiche Foto-Tour oder Fotoreise unabdingbar.

Ihm folgt das Kapitel, in dem es dann um die Fotoausrüstung geht. Auch hier werde ich im allgemeinen bleiben, denn beim Equipment scheiden sich die Geister; mit dem Thema kann man ganze Internet-Foren füllen.

Am Ende stelle ich Ihnen noch einmal die von mir entwickelte 3-Objektiv-Strategie vor, die ich extra für kurze Tages-Touren entwickelt habe und die sich auf verschiedene Genres anwenden übertragen lässt.

Voll bepackt unterwegs in den Schweizer Alpen

Inhalt

Link und Grafik: VAUDE - Gebrauchsanleitung Trackking Rucksack

Vom richtigen Tragen

Je nach Anforderung tragen wir mehr oder weniger viel Ausrüstung mit uns. In der Regel kommen dabei mehrere Kilogramm zusammen. Ein gut trainierter Mensch kann bis zu einem viertel seines Körpergewichts tragen. Im “Normalfall” jedoch deutlich weniger.

Entscheidend beim Tragen von Rucksäcken ist die Lastverteilung. Dabei sollen 80% der Last auf dem Bauchgurt und nur 20% auf den Schultern liegen. Somit scheiden bei der Auswahl alle Rucksäcke ohne Hüftgurt aus. Diese 80% müssen möglichst auf eine große Fläche gebracht werden, daher ist es wichtig, dass der Hüft- oder Beckengurt möglichst breit ist. Gute Fotorucksäcke liegen hier bei ca. 10 Zentimetern Breite.

Die anderen 20% sollten auch gut und breit auf den Schultern aufliegen. Es gibt inzwischen Hersteller, die sogar extra Schultergurte für Frauen anbieten, was bei kurzer Überlegung sogar sinnvoll ist.

Es ist also nicht so einfach, den passenden Rucksack zu finden. Nun sind wir mit den zu berücksichtigenden Punkten jedoch noch nicht am Ende.

Die beste Anleitung, wie man einen Rucksack richtig trägt, habe ich beim Rucksackhersteller VAUDE gefunden und links mit verlinkt.

Wohin mit dem Stativ?

Der schwerste Ausrüstungsgegenstand ist nicht selten das Stativ, und weil innerhalb eines Rucksacks die schwersten Teile nah am Körper und möglichst unten im Rucksack verstaut werden sollen, stellt das Stativ ein besonderes Transportproblem dar. Je dichter die Last am Körper und unten liegt, desto sicherer stehen und gehen wir, was insbesondere in den Bergen absolut lebenswichtig ist.

Viele Fotorucksäcke bieten zum Transport des Stativs auf der Rückseite Schlaufen und zumeist im unteren Bereich eine Tasche in die wir das Stativ hineinstellen können. Leider wird dadurch das Gewicht weit nach hinten verlagert, was sich negativ auf unsere Standfestigkeit auswirkt. Ein Kompromiss sind Fotorucksäcke, die die Stativbefestigung an der Seite haben.

Wichtige Dinge am Rucksack

Schulter- und Beckengurt hatten wir besprochen, auch wissen wir nun, wohin das Stativ gehört, fehlen noch ein paar notwendige Dinge am Rucksack.

Auch hier gilt jedoch wieder, genau herauszufinden, was wir tatsächlich benötigen und was “nice to have” ist. Sie werden inzwischen gemerkt haben, dass das Thema Rucksack ausufern kann.  Ich hallte es für eines der komplexesten Transportthemen für uns Fotografierende.

Brustgurt

Bei den Rucksäcken, die jetzt noch in Frage kommen, ist immer ein Brustgurt dabei. Vielleicht haben Sie schon einen Rucksack und es ist Ihnen nur noch nie aufgefallen. An der Schließe des Brustgurts befindet sich häufig eine Pfeife. Diese Pfeife ist für Notfälle gedacht. Sollten Sie einmal in eine Notsituation geraten, können Sie mit ihr das Alpine Notsignal, oder ein SoS Signal absetzen. Zu beidem erzähle ich weiter unten mehr.

Der Brustgurt ist keine Zierde, sondern fixiert den Rucksack fest am Körper, damit er beim Gehen nicht hin und her schlingert. Der Rucksack sollte nach dem Schließen des Brustgurts fest und sicher am Körper anliegen.

Mindestens ein Fach für den schnellen Zugriff

Es gibt immer Dinge die wir im schnellen Zugriff haben müssen. Bei mir sind das zum Beispiel Verbandszeug, Reserve-Akku, Müsliriegel und das Smartphone. Genau dafür sollte der Rucksack ein Fach besitzen, dass ohne große Umstände erreicht werden kann. Viele Rucksäcke bieten diese Möglichkeit.

Befestigungsschlaufen

Eine ganze Reihe an Rucksäcken verfügen außen über mehr oder weniger viele Befestigungsschlaufen, die es uns erlauben, eine Isomatte, den Schlafsack oder auch mal schnell eine Jacke zu befestigen.

Regenschutz

Bei den meisten Rucksäcken gehört ein Regenschutz, der fest an den Rucksack angenäht und irgendwo im unteren Bereich verstaut ist zum Standard. Es gibt allerdings auch Hersteller, die den Regenschutz separat verkaufen.

Ehrlich gesagt, würde ich nicht auf einen Regenschutz verzichten wollen, denn ein schwerer Regenguss ist für die allermeisten Rucksäcke eine Herausforderung, die nur die wenigsten von ihnen bestehen.

Nun ist es zwar so, dass bei qualitativ hochwertigen Rucksäcken die Nähte gut vernäht sind, doch wasserdicht ist kein Rucksack. Lediglich die Reisverschlüsse sind heute bei vielen Rucksäcken gegen eindringendes Wasser geschützt. Dieser Schutz hilft jedoch nur bedingt.

Das Fach für einen Trinkbeutel

Gerade Rucksäcke, die auch große Touren ausgelegt sind, verfügen häufig über ein Extrafach für einen Trinkbeutel, der einen Schlauch nach außen an den Rucksack führt. Ich nutze lieber Wasserflaschen, denn die lassen sich gerade auch auf längeren Touren deutlich besser reinigen, wogegen die Reinigung von Trinkbeuteln aufwändig ist und sich in ihnen schnell ungewolltes Leben ansiedeln kann. Das merkt man an einem leicht schmierigen Belag im inneren des Beutels und was wir auf längeren Touren sicher nicht gebrauchen können sind Darm-Probleme.

Für den Notfall gerüstet sein

Viele Dinge, die ich hier aufführe sind für die Foto-Tour in der Zivilisation nicht, oder nicht zwingend notwendig. Auf Notfälle sollen wir jedoch trotzdem ein besonderes Augenmerk lenken. Dazu gehören für mich ein kleines Set mit Verbandsmaterial und Dingen wie Kopfschmerztabletten, Antihistamin für Allergiker oder simple Blasenpflaster; letzteres kommt garantiert irgendwann zum Einsatz.

Im Sommer sollte Sonnencreme und Mückenspray nicht fehlen. Auch eine Rettungsdecke kann nicht verkehrt sein. All diese Kleinigkeiten nehmen nicht viel Platz und Gewicht ein. Energieriegel oder Traubenzucker habe ich ebenso dabei wie eine Trinkflasche.

Mit im Rucksack steckt auch immer eine Stirnlampe, die mir besonders in den Abendstunden hilfreich ist, wenn ich in den Tiefen meines Rucksacks nach Ausrüstungsgegenständen suche, oder ganz profan mal bei Nacht das Objektiv oder den Sensor reinigen muss.

Meine Stirnlampe hat neben hellen LEDs auch ein Rotlicht, dass ausreichend hell und angenehm für die Augen ist, denn gerade weißes Licht lässt einen nach dem Abschalten erst einmal im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln stehen.

Sehr praktisch für uns Fotografierende ist auch eine kleine Auswahl an Werkzeug, wie passende Inbusschlüssel, die wir meistens benötigen, um am Stativ oder an Halteplatten etwas zu reparieren, bzw. auszutauschen. Ich habe immer auch etwas Klebeband und ein kleines Messer dabei.

Begegnung mit Hannibal Lecter in der Toskana

Vielleicht können Sie sich an den Film Hannibal, mit Hannibal Lecter, gespielt von Anthony Hopkins, erinnern. Genauer gesagt an die Szene, in der Hannibal von Helfern des Psychopathen Mason Verger entführt und toskanischen Wildschweinen zum Fraß vorgeworfen werden soll.

Es ist genau diese Filmszene, an die ich mich erinnerte, als ich mich beim Fotografieren in der Toskana verlaufen hatte. Diese Wildschweine waren eine spezielle Kreuzung zwischen ungarischen- und Wildschweinen aus der Toskana und riesengroß, darauf abgerichtet alles zu fressen was ihnen in die Quere kommt.

Ich hatte mich also verlaufen oder besser, fand in dem Dickicht nicht den richtigen Weg zurück.

Überall lagen Patronenhülsen von Schrotgewehren, was mir in Erinnerung rief, dass in der Toskana ganzjährig auf Weidschweine geschossen werden darf, weil sie dort mit über 300.000 Exemplaren zur Plage geworden sind.

 

Ich fühlte mich in meiner Haut nicht wohl. Die Aussicht, von einem toskanischen Wildschwein verspeist, oder von einem Jäger aus versehen erschossen zu werden, ließ ein ungutes Gefühl in mir aufsteigen.

Außer der kleinen Pfeife am Brustgurt und den Spilkes an den Beinen meines Stativs hatte ich absolut nichts dabei was zu meiner Verteidigung irgendwie hilfreich gewesen währe.

 

An der Schilderung dieses Erlebnisses können Sie ahnen, dass nichts von beidem passierte und ich nach einiger Zeit den Weg aus dem Dickicht gefunden hatte. Seit dieser Zeit habe ich jedoch immer eine orangefarbene Rettungsweste im Rucksack, die auch auf meiner Checkliste nicht fehlen darf.

Vielleicht denken Sie jetzt, dass sie nicht vorhaben in die Toskana zu reisen, doch auch hierzulande soll es Treibjagden geben.

 

Was allerdings zur Abwehr eines Wildschweins hilfreich sein könnte habe ich bis heute nicht herausgefunden.

Alpines Notsignal

Nun will ich doch noch einmal auf die Pfeife am Brustgurt zurückkommen.

Stellen Sie sich vor Sie sind im Gebirge unterwegs, stürzen, etliche Meter tief und finden sich in einer Situation wieder, aus der Sie sich ohne fremde Hilfe nicht wieder befreien können.

Ihr Smartphone, sofern es den Sturz überlebt hat, hilft nicht, weil kein Netz verfügbar ist, was in vielen Tälern häufig vorkommt.

Auch sind Sie so geschwächt, dass Sie nicht laut um Hilfe schreien können.

Genau für diesen Fall ist die Pfeife an ihrem Brustgurt gedacht. Sie versetzt Sie vielleicht in die Lage, das Alpine Notsignal abzusetzen.

In Anbetracht, dass viele Pfeifen leider zu leise sind, habe ich inzwischen eine Pfeife mit 120db angeschafft. Die wird garantiert nicht so leicht überhört.

Alpines Notsignal

Vor kurzem habe ich einen Rucksack gesehen, in den das Alpine Notsignal, SoS, wie auch internationale Notfallnummern in eine Fachklappe eingenäht waren – sehr vorbildlich. 

Sie werden sich vielleicht fragen, warum ich hier nichts vom SoS schreibe. Das SoS Signal hilf ihnen lediglich auf hoher See und in der Luft, es hilft Ihnen vielleicht nur in  Küstennähe weiter.

Meine Notfall-Checkliste

Bekleidung und Wetterschutz

Entscheidend für den Erfolg einer Foto-Tour ist das was wir mitunter nicht so sehr im Blick haben. Für mich zählt dazu die persönliche Bekleidung, die der Aufgabe entsprechend angepasst sein muss.

Es ist an dieser Stelle unmöglich, das ganze Thema zu erschlagen, jedoch will ich auf ein paar, mir wichtige Punkte eingehen.

Das fängt bei den Schuhen an. Ich habe erlebt, dass sich Teilnehmer*innen für eine Foto-Tour nagelneue Wanderstiefel angeschafft haben, ohne sie vorher einzulaufen. Wenn man schon so leichtsinnig ist, sollte man wenigstens genügend Blasenpflaster einstecken.

Laufen Sie neue Schuhe erst einmal langsam über mehrere Tage ein. Sicher, im Büro im Anzug und mit Wanderstiefeln ziehen Sie die Blicke der Kolleg*innen auf sich. Aber Sie merken sehr schnell wo der Schuh drückt.

Es war ein anderes Mal, da hatte sich ein Teilnehmer seine antiken Wanderschuhe aus dem Keller geholt und ist mit uns losgezogen. Nach halber Strecke brach die Sohle in der Mitte durch, weil im Laufe der Jahre die Weichmacher aus dem Kunststoff entwichen waren. Als uns später ein Regenschauer heimsuchte, war die Katastrophe komplett. Darunter musste die ganze Gruppe leiden!

 

Es sind diese kleinen Dinge, die uns das Leben schwer machen, daher lohnt es sich in die Vorbereitung einer Foto-Tour oder Fotoreise mehr Energie zu stecken um möglichst nichts dem Zufall zu überlassen.

 

“Denn: Was planbar ist, das sollten wir auch planen.  Unvorhergesehene Dinge passieren auch ohne unser Zutun.”

 

Besonderes Augenmerk sollten wir auf unsere Kleidung legen, die dem Wetter angemessen sein sollte. Heute haben wir die Möglichkeit, uns mit dem Smartphone Wetterinformationen für Tage im voraus zu besorgen. Wetter ist also gut planbar geworden und das sollten wir immer auch beim Packen des Rucksacks berücksichtigen.

Bekleidung muss bequem und atmungsaktiv sein. Ist das Wetter sehr wechselhaft, hilft uns der Zwiebellook, indem wir mehrere Schichten übereinander ziehen und je nach Wetterlage variieren. Wichtig dabei, dass wir auch die Kleidung vorher ausprobieren.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass bei T-Shirts die Nähte immer oben auf der Schulter sitzen? Genau dort liegen dann auch die 20% des Gewichts von unserem Rucksack. Es gibt T-Shirts, die haben oben keine, oder wenn, dann recht dünne Nähte, sind jedoch etwas teurer. Ich habe mir inzwischen eine Auswahl an T-Shirts aus Merinowolle zugelegt, die sehr atmungsaktiv sind und schnell trocknen. Gehen Sie in ein Fachgeschäft und lassen sich entsprechend beraten.

Unter Umständen lohnt es sich, extra für Foto-Touren eine eigene Garderobe anzuschaffen, denn machen Sie sich bewusst, dass Sie viel Gewicht mit sich herumtragen und das fordert uns einiges ab.

Denken Sie an eine Kopfbedeckung, möglichst eine, die beim Fotografieren nicht stört. Basecaps kann man um 180° drehen. Ich habe einen Schlapphut, dessen Hutkrempe ich nach oben klappen kann – sieht blöd aus, ist aber überaus praktisch.

Die Fotoausrüstung

Wussten Sie, dass eine SD-Karte 8 Gramm wiegt? Sicher nicht und warum auch?

Ganz einfach. Wir packen in aller Regel, ohne uns über das Gewicht Gedanken zu machen. Am Ende hat unser Rucksack ein bestimmtes Gewicht, das wir von A nach B und wieder zurück tragen. Dann haben wir vielleicht Dinge durch die Welt bewegt, die wir nicht oder schlimmer sogar, noch nie gebraucht haben.

Für diesen Fall habe ich Checklisten in Form Excel-Tabellen in denen jeder Ausrüstungsgegenstand mit Gewicht aufgeführt wird. Am Ende spuckt mir die Liste das Gesamtgewicht aus. Das ist insbesondere wichtig, wenn ich mit meiner Ausrüstung ins Ausland fliege, denn ich zahle ungern drauf.

Jedes Fotoprojekt durchläuft mehrere Planungsphasen. Sind Ziel und Motive klar definiert, geht es an die Auswahl der Ausrüstung. So plane ich genau, welche Objektive ich mitnehmen werde, denn jedes Objektiv wiegt und wenn ich kein Makroobjektiv benötige, dann packe ich es auch nicht ein.

Ich habe genügend Fotograf*innen erlebt, die den fertig gepackten Fotorucksack nur aus dem Schrank nehmen und losziehen. Mit Blitzgerät, Makro und Telezoom und das auf eine Street-Fotografie-Tour. Ebenso kenne ich Menschen, die haben immer ein 50er Normalobjektiv dabei, obwohl sie meistens ihr 24-70 Zoomobjektiv nutzen. Das sind ungefähr 300-400 Gramm unnütze Ausrüstung.

Probieren Sie den Tipp mit den Excel-Listen aus. Packen dann ihren Rucksack und scheuen Sie mal im Anschluss an ihre Tour, was Sie alles nicht gebraucht haben und markieren sie das in der Liste. Das machen Sie nach jeder Foto-Tour und schon bald werden sie herausgefunden haben, was sie mitschleppen aber selten bis nie nutzen oder benötigen.

Gründlichkeit lohnt sich also, denn Planung ersetzt den Zufall, was übrig bleibt ist vielleicht der Irrtum, dem Sie sich beim nächsten Mal zuwenden können. Sie werden sehen, nach einiger Zeit haben Sie den Kopf für Kreativität frei. Dann macht fotografieren richtig viel Spaß.

Meine Equipment-Checkliste

Planung ersetzt den Zufall durch Irrtum.
25mm Weitwinkel (Berlin)

Meine 3-Objketiv-Strategie für kleine Touren

Als Liebhaber von Objektiven mit fester Brennweite, fiel mir die Wahl des richtigen Objektivs vor jeder Tour schwer. Das endete  nicht selten mit einem Rucksack voller Objektive, von denen ich die meisten nicht gebraucht hatte. Wenn man sich erst einmal vor Augen führt wie viele Kilogramm an Equipment unnötigerweise durchs Land getragen werden, dann kann das schon reichlich frustrierend werden.

Irgendwann wurde mir das bewusst und ich habe mich intensiver mit Zielen und Motiven auseinandergesetzt. Nehmen wir die klassische Tour in der Streetfotografie.

Der Klassiker ist da das 35mm Objektiv, weil es uns in die Nähe des Geschehens bringt und eine noch unaufdringliche Nähe zum Motiv erlaubt. Komme ich den Menschen näher, ist mitunter die Möglichkeit da, ein Portrait aufzunehmen, für das ein 85mm Objektiv quasi als Standard gesetzt ist. Es bringt die Kopfform plastisch heraus, ohne wie bei längerer Brennweite flach zu wirken oder kürzerer Brennweite rund. Dann gibt es da noch die Situationen, in denen ich viel Motiv ins Bild bringen will und da kommt bei mir  das 25 Millimeter Weitwinkel zum Einsatz.

Alle was diese drei Objektive nicht abdecken, erlaufe ich mir. Probieren Sie es aus, es funktioniert.

 

Je nach Aufgabenstellung funktioniert das auch in der Architekturfotografie, wie auch in der klassischen Reportage.

Der 35mm Klassiker (Wien)
85mm Street (London)

Nachbemerkung

Ihnen wird sicher nicht entgangen sein, dass ich nicht ein einziges Mal einen Tipp zu Herstellern gegeben habe. Das ist auch so beabsichtigt, denn ich bin kein Influencer und werde für Werbung nicht bezahlt. Zudem wäre es unseriös, ihnen zu sagen: “Kaufen Sie diesen oder jenen Rucksack!”

Das Thema Rucksack ist so individuell, dass Ihnen nichts anders übrig bleiben wird als herauszufinden, welche Aufgaben und Zwecke ihr Rucksack abdecken soll. Da spielen ihre persönlichen Vorlieben mit hinein und dann kommt da noch der Geschmack hinzu, über den sich bekanntlich nicht streiten lässt.

Auf das Equipment trifft das Gleiche zu. Sie haben sicher schon vor einiger Zeit ihre Wahl für eine bestimmte Kameramarke getroffen. Auch dieser Bereich ist sehr individuell und unterliegt unterschiedlichen Anforderungen.


Wenn ich Ihnen einen Rat geben kann, dann gehen Sie in ein gut sortiertes Fotofachgeschäft. Nehmen Sie ihre Ausrüstung mit und versuchen Sie, ihr Equipment in dem Rucksack unterzubringen. Ein freundlicher Fotohändler wird Sie sicher gewähren lassen.

Wenn Sie jedoch Antworten auf Fragen haben möchten, die sie nie gestellt haben, dann melden Sie sich in einem Fotoforum an und fragen dort die vielen Fotograf*innen nach Rat. Sie werden feststellen, dass ich mit dem was ich zuletzt gesagt habe Recht behalten werde.

In diesem Sinne viel Spaß und vor allen Dingen Erfolg bei Ihrer Suche. 🙂

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