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Spaß mit Blitzen, der Nissin i60A

Das ich kein Freund der Sony Systemblitze bin wissen diejenigen die mich besser kennen recht gut. Zugegeben, einen Sony Blitz kann man um bis zu 90° schwenken, aber wozu eigentlich? Darüber hinaus ist das Blitzprotokoll aus den Anfangszeiten der Digitalfotografie und inzwischen reichlich veraltet. Limitierender Faktor im Thema Blitz wird also auch weiterhin die Kamera und deren Blitzbelichtungsmessung sein. So frage ich mich immer wieder, warum es Sony bis heute nicht möglich ist, den Schwerpunkt der Belichtungsmessung an den "aktiven" Fokuspunkten zu orientieren. Aber das soll nicht das Thema sein.

Nun bin ich schon im letzten Jahr auf Nissin Blitze umgestiegen und seitdem etwas verwöhnt im Thema; Jörg Haag ist mir gefolgt und hat auf alphafotograf.de ein sehr gutes Review dazu geschrieben. Das ist dann auch der Grund, warum ich mich jetzt mehr auf den neuen Nissin i60A konzentriere. Mit dem Nissin i700A und dem Air 1 Commander ist wireless HSS blitzen zu einem akzeptablen Preis möglich geworden, meine Startkombi kostete mich vor einem Jahr ungefähr 180 Euro - geradezu ein Schnäppchen. Später legte ich mir den Nissin i40 zu, einen wunderbar kleinen leistungsfähigen Blitz, der obendrein auch robust gebaut ist und immer noch in die Fototasche passt, auch wenn ich nur wenig dabei haben will.

"Blitze und Stative haben eine Gemeinsamkeit. Sie taugen nur etwas, wenn man sie auch mit dabei hat."

In diesem Sinne war dann der Nissin i40 mein idealer Begleiter. Doch kurz zurück zum Nissin i700A. Nach relativ kurzer Einarbeitung ist die Bedienung der Blitzgeräte ein Kinderspiel und durch die tollen Displays vom i700A und Air 1 Commander geht die Arbeit fluffig von der Hand. Blitzen hat mir wieder Spaß gemacht und was ich damals mit meiner Canon und den PocketWizzards realisieren konnte hat heute der i700A mit dem Air 1 Commander übernommen.

Vor gut drei Wochen kam dann der neue kompakte Nissin i60A hinzu, der durch ein eingebautes Funkmodul mit dem Air 1 Commander zusammen arbeitet. Nahezu augenblicklich war ich so in den kleinen Blitz vernarrt, dass ich mir eine Woche später gleich noch so ein Gerät zugelegt habe. Seitdem sind gut zwei Wochen vergangen, in denen ich viel Spaß mit dem Air 1 Commander, dem i700A und den beiden i60A gehabt habe. Ohne große Verrenkungen lässt sich der Nissin i60A schnell ins System integrieren. Blitzen kann sehr einfach sein, wenn man das entsprechende Gerät dazu hat. Die Blitzsteuerung und Belichtungskorrektur erfolgt über den Air 1 Commander. Das geht dann wirklich spielen einfach, sofern man sich mit den Grundlagen der Fotografie auskennt. Spielend leichte Einteilung der Blitze in Gruppen; brauche ich weniger, geht aber auch. Eine wunderbare Menüführung. Ohne viele Schnörkel hat Nissin einen tollen Blitz gebaut. Videofilmer oder auch Makrofotografen wird es freuen, denn der Blitz verfügt über ein regelbares Videolicht.

Die Lichtverteilung beim i60A ist nicht 100% ausgeglichen, was ich sowieso meistens mit der eingebauten Streuscheibe, bzw. dem im Lieferumfang enthaltenen Bouncer kompensiere. Letzterer sorgt für ein deutlich weicheres Licht, das passt nach meinem Geschmack besser zu meinen Bildern. Übrigens lassen sich im Bouncer bei Nichtbenutzung vier zusätzliche AA Akkus verstauen, so ist man mit 8 Akkus unterwegs auf der sicheren Seite. Zum Lieferumfang gehört übrigens auch ein solider Standfuß für den Blitz dazu; den ich auch recht oft verwende. Überhaupt ist die Verarbeitung und der verwendete Kunststoff sehr hochwertig.

Sehr elegant hat Nissin das Bedienkonzept überarbeitet. Im jeweiligen Arbeitsmodus lassen sich die Einstellungen mittels Drehrad verändern, was auf dem Display zumeist mit einer Anzeige wie beim Tachometer grafisch dargestellt wird. Die Einstellungen lassen sich arretieren.

Der Nissin i60A verfügt über einen Zoom-Bereich von 24 bis 200 Millimetern, was für so einen kleinen Blitz nicht selbstverständlich ist.

Im Gegensatz zum i700A ist die Arbeit mit dem i40 und i60A sehr angenehm, da Kamera und Blitz ausgewogen in der Hand liegen. Das ist schlicht der Vorteil kleiner Blitzgeräte.

Fazit: Der Nissin i60A macht genau das was ein moderner Systemblitz soll und das auch sehr ordentlich. Er ist klein, leicht und kompakt. Die verwendeten Kunststoffe sind sehr hochwertig und liefern ein angenehmes Anfassgefühl. Das Menü und die Bedienung sind nahezu selbsterklärend, ich kam mit dem Blitz ungewohnt, schnell zurecht und habe ohne blättern in der Bedienungsanleitung alle Funktionen gefunden. Lediglich zum Koppeln zweier Geräte musste ich zum Handbuch greifen. durch das eingebaute Funkmodul in Verbindung mit dem Nissin Air 1 Commander ist HSS-Blitzen spielend einfach möglich. Auf freiem Feld funktionierte die Funkübertragung auf geschätzte 50 Meter zuverlässig Nissin selbst gibt dazu eine Distanz von 30 Metern an. Mit dem optionalen PowerPack PS8 lässt sich der Nissin i60A, wie auch sein größerer Bruder, der i700A extern mit Strom versorgen. Mit dem zusätzlichen Air 1 Receiver lassen sich auch ältere, bzw. Blitzgeräte anderer Hersteller in das wireless Funksystem integrieren.

Zusammen mit dem Air 1 Commander habe ich endlich wieder ein wirklich solides Blitzsystem für wireless HSS-Blitzen, das obendrein klein und kompakt ist. Mehr brauche ich nicht, aber auch nicht weniger. Wenn Sony es jetzt noch schafft an der Blitzbelichtungsmessung und dem Blitzprotokoll zu arbeiten, hätte das Sony E-Mount-System eine Chance erwachsen zu werden. Nissin hat diesen Schritt mit seinem Blitzsystem jedenfalls geschafft.

Christian Dandyk

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12103 Berlin, Germany